28.04.98

Holger Wache, TZI Bremen

 

Interconnectivity II -

Konzepte zur semantischen Datenintegration von Anwendungssystemen

 

Die zunehmende Verbreitung des Internets läßt immer mehr den Wunsch aufkommen, auch die bestehenden IT-Lösungen über dieses Medium kommunizieren zu lassen. Doch oft wird das Problem unterschätzt: Es reicht nicht, Rechnersysteme mit Kabeln zu verbinden, sondern es ist auch dafür Sorge zu tragen, das bestehende IT-Lösungen auch die Daten anderer Systeme verstehen müssen.

Die Definition von Austausch-Standards löst in vielen Fällen diese Probleme, allerdings sind einerseits nicht in allen Bereichen Standards verfügbar oder werden von den bestehenden IT-Lösungen (noch) nicht unterstützt oder andererseits gehen durch einen Standard zu viele relevante Informationen verloren. In all diesen Fällen werden oft Einzellösungen für die Transformation der Daten zeitaufwendig und letzendlich kostenintensiv erstellt.

 

Unterstützungswerkzeuge für die Erstellung eines Daten- oder Informationstransformators gibt es nur in relativ geringer Zahl und meistens sind sie auf bestimmte Bereiche beschränkt. Ein Grund dafür liegt sicherlich darin, daß auch wissenschaftliche Fragestellungen weitesgehend ungelöst sind. Gerade im angelsächsichen Raum werden derzeit fieberhaft Ansätze entwickelt, die sich von der syntaktischen Datenformat-Ebene lösen und sich auf das eigentliche Kernproblem des Informationsaustausches - die semantische Ebene - konzentrieren. Aus den Ergebnissen der semantischen Ebene lassen sich konkrete syntaktische Datentransformationen relativ einfach ableiten.

 

Ziel dieses Vortrages ist es, einen Überblick und Einordnung dieser Forschungsansätze zu geben. Er soll den Vortrag "Interconnectivity -Verbindungen schaffen zwischen EDV-Anwendungs-Systemen" von Herrn Dr. A. Stern fortsetzen. Desweiteren soll kurz auf unseren, im Rahmen des BMBF-geförderten Verbundsprojekts MOKASSIN entwickelten Ansatz am TZI Bremen eingegangen werden.