Digitale Medien und der Umbruch der Gesellschaft

 

Frieder Nake, Informatik, Universität Bremen

 

GI-Regionalgruppenveranstaltung Bremen/Oldenburg, 19.10.1999

 

 

Die digitalen Medien prägen nicht nur oberflächlich unseren Umgang mit den Dingen und Prozessen, mit anderen Menschen, Familie, Arbeit, Kultur und Gesellschaft, sie führen längst zu einem anderen Selbstverständnis des Individuums und zu einer anderen Auffassung der Wirklichkeit. Die digitalen Medien sind Ausdruck eines tiefgreifenden Wandels des gesellschaftlichen Gewebes und sie wirken auf die Verfasstheit der Gesellschaft zurück. Hyperstruktur, Virtualität, Digitalität und Interaktivität sind charakterisierende Schlagworte zur Beschreibung der neuartigen Vermittlung zwischen uns und der Umwelt. - Vor dem Hintergrund der Gründung neuer Studiengänge, die sich technisch und gestalterisch mit Medien auseinandersetzen, wird der Vortrag versuchen, einen Spannbogen von der Umwälzung der technischen Infrastruktur über die Kennzeichnung der Informatik als Technischer Semiotik bis hin zur Auffassung der Wirklichkeit als Virtualität zu schlagen. Daraus sollen Konsequenzen für verantwortliches Handeln heute gewonnen werden.