Ausgewählte Rechtsprobleme bei Multimedia-Anwendungen

 

Dr. L. Grosskopf

Partner der Sozietät von Rechtsanwälten und Notaren Dr. v. Einem & Partner und

Lehrbeauftragter für Urheber- und Medienrecht an der Universität Bremen

 

Multimedia, Internet, CD-ROM, CD-I, Interaktives Fernsehen, video-on-demand, videoondemand, near-video-on-demand, pay-per-channel, pay-tv, DAB/DMB, teleshopping, teleteaching, Telearbeit, electronic banking, information society – die Liste der Begriffe, die die elektronische Zukunft beschreiben sollen, liesse sich nahezu endlos fortsetzen. Die Technologien, die hinter solchen Schlagworten stehen, führen u.a. auch zu neuen Problemen im Urheberrecht.

 

Denn bei der Erstellung von Multimediaprodukten werden eine Vielzahl von urheberrechtlich geschützten Werken verwandt: Musik, Texte, Fotografien, Filme werden digitalisiert und in ein System integriert, teilweise ohne dass auch nur ein Gedanke an die rechtliche Zulässigkeit eines solchen Procederes verschwendet werden. Diese Rechtsblindheit kann sich als höchst gefährlich erweisen. Jedem Hersteller drohen zivil- und strafrechtliche Sanktionen, sofern er für sein Multimediaprojekt auf fremdes Material zurückgreift. Der Multimediahersteller muss sich daher, bevor überhaupt ein Projekt beginnen kann, zunächst in den Dschungel des Rechts begeben.

 

Nach einer kurzen Einführung in die unterschiedlichen Rechtssysteme des anglo-amerikanischen copyright law und des kontinentaleuropäischen Urheberrechts und den sich daraus ergebenden Schwierigkeiten bei der gebotenen Rechtsangleichung durch die EU werden im Rahmen meines Vortrages die Themenschwerpunkte "Werke und Leistungen", "Urheber und Inhaber der Urheberrechts", "Urhebervertragsrecht" und "Urheberpersönlichkeitsrechte" behandelt.