17.02.1998

Volker Redder, Universität Bremen Forschungsgruppe Telekommunikation

 

ELECTRONIC COMMERCE

 

Die Selbständigenquote in Deutschland war seit Jahren rückläufig, sie sank von 26,0 Prozent 1960 auf 12,5 Prozent 1993 in Westdeutschland. Der öffentliche Sektor war in dieser Zeit der größte Beschäftigungsgenerator -hier sind eine Million zusätzlicher Arbeitsplätze geschaffen worden; ein deutliches Zeichen für mangelnde Dynamik im privaten Sektor. Elektronische Dienstleistungen und der Elektronische Handel (neudeutsch: electronic commerce) sind Wachstumsbranchen mit vielen praktischen Anwendungsgebieten der verteilten Systemtechnologie, die in in den vergangenen vier Jahren dazu geführt haben, den Trend umzudrehen (Quelle: Statistisches Bundesamt,

http://www.statistik-bund.de/basis/d/bd03_t01.htm).

Europaweit gibt es ca. 15 Mio Unternehmen, von denen nur 35.000 mehr als 250 Beschäftigte (= Großunternehmen GU) zählen. Die KMUs und Gus innerhalb des organisierten Zulieferermarktes. stehen in einem gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnis. Die Umsatzschätzungen für diese Unternehmen des elektronischen Handels gehen von immensen Steigerungsraten aus: 3 Mrd US$ im Jahre 1998 (The Yankee Group, 1997), 134 Mrd US$ im Jahre 2000 (Forester Research) und 327 Mrd US$ im Jahre 2002 (Forester Research).

Electronic Commerce ist also vermutlich eine der am schnellsten wachsenden Branchen im Bereich der verteilten Systemtechnologien. Welche Organisationsstrukturen und technischen Bedingungen sind Voraussetzung für die Entwicklung einer verläßlichen Electronic Commerce-Dienstleistung? Wie sind die Chancen und Risiken solcher Systeme? Wie realistisch sind die oben genannten Prognosen? Von welchen Faktoren und Entwicklungen hängen die Nutzungsraten resp. die Nutzerakzeptanz ab? Im Vortrag wird diesen Fragen nachgegangen.