14.10.97

Prof. Michael Sonnenschein, OFFIS Oldenburg

Werkzeugunterstützung zur individuen-orientierten Modellbildung und Simulation

Der Ansatz individuen-orientierter Modellbildung sieht ein System als Menge seiner Bestandteile (Individuen) mit deren spezifischen Ausprägungen und Interaktionen. Durch diesen reduktionistischen Ansatz können individuelle Attribute und lokale Interaktionen, die zur Entwicklung des Gesamtsystems beitragen, im Modell berücksichtigt werden. Diese Sichtweise hat sich in der Ökologie als geeignet erwiesen, um etwa Modelle für die Überlebenswahrscheinlichkeit kleiner Populationen zu entwickeln, in denen gerade individuelle Unterschiede eine Rolle spielen. Eine Anwendung in anderen Bereichen wie etwa bei der Modellierung von Verkehrsystemen ist durchaus möglich.

Im Rahmen des Vortrags wird der Modellbildungsansatz sowie Möglichkeiten zur Unterstützung individuen-orientierter Modellierung und Simulation durch Software-Werkzeuge vorgestellt. Dabei diskutieren wir zwei verschiedene Ebenen der Unterstützung (durch eine Klassenbibliothek und ein integriertes Simulationswerkzeug) für unterschiedliche Benutzergruppen und gehen kurz auf den möglichen Einsatz von Parallelrechnern zur Simulation ein. Weiterhin findet eine Rechnerdemonstration von individuen-orientierten Modellen aus dem Bereich der Populationsbiologie statt.