Wearable Computing -
Eine Technologie im Spannungsfeld zwischen linearer Entwicklung und Revolution
Michael Boronowsky
TZI, Universität Bremen
GI-Regionalgruppenveranstaltung am 11.7.00
"Mobile Computing" ist eines der aktuellen
Schlagworte moderner Informationstechnologie, unter dem bisher hauptsächlich
der Softwareeinsatz auf High-End-Notebooks und Handhelds mit entsprechend
angepaßten Betriebssystemen verstanden wird. Dem gegenüber stehen neueste
Entwicklungen, die ein echtes Tragen von Rechnersystemen am Körper ermöglichen
und die Metapher "Wearable Computing" prägen. In diesem Zusammenhang
steht der Begriff der HardWEAR für
eine neue Generation von Computersystemen, die den mobilen Einsatz komplexer
Software unter extremen Bedingungen in neuen Anwendungsgebieten ermöglichen.
Diese sprachgesteuerten Rechner, am Körper getragen, unterstützen den Benutzer
z.B. bei Arbeiten wie Inventur, Wartung komplexer Anlagen oder Aufnahme von
Daten im freien Gelände, also in solchen Bereichen, in denen herkömmliche Rechner
bisher unhandlich und schlecht zu nutzen sind. Der Einsatz dieser
Rechnersysteme ist in solchen Bereichen produktivitätssteigernd, bei denen der
Anwender beide Hände zum Arbeiten frei haben muß, keinerlei Abstellfläche zur
Verfügung hat und bei seiner Tätigkeit dennoch auf die Unterstützung durch
Computer angewiesen ist.
Das Technologie-Zentrum Informatik beobachtet die
entsprechenden Entwicklungen auf dem Gebiet der tragbaren Computersysteme und
entwickelt seit geraumer Zeit spezielle Softwaresysteme für wearable Computer.
Aktuell erhält diese Technologie die Aufmerksamkeit
der Öffentlichkeit vor allem wegen der ungewöhnlichen Bauform der Computer
Hardware. In dem Vortrag wird diese neuartige Technologie näher vorgestellt,
und es wird gezeigt, daß das wahre Potential dieser Technologie weit über die
sichtbaren Hardwareaspekte hinaus geht.